Auswanderer

Auswanderung Neuhauser Bürger  - Emigrants of Neuhausen ob Eck

Namensliste der Auswanderer - List of the names of the emigrants

Polen, Russland, Schweiz, Amerika - Poland, Russia, Switzerland, USA

von Kurt Lang - by Kurt Lang 

Nach Polen und Russland, 1782 bis 1824:

Der Süden Russlands, hauptsächlich  das Gebiet um  Odessa sowie die Halbinsel Krim, wurde  - wie vielen anderen - auch den Ankömmlingen aus Neuhausen zugewiesen. 

Katharina II. hatte mit ihren Truppen um 1750 wohl die Türken aus diesen Gebieten vertrieben, aber kirgisische, kalmykische und baskirische Nomaden  machten  nun das

Gebiet unsicher. Russische Familien waren deshalb nicht zur Ansiedlung und Verteidigung  ihres Landes bereit.  Zarin Katharina versprach in ihrem Manifest 1763 freie Religion, in

den Städten zehn und auf dem Lande 30  Jahre Steuerfreiheit, zinslose Darlehen für alle Anschaffungen,  Militärdienstbefreiung auf ewige Zeiten und  unentgeltliche Landzuweisung

 für jede Familie von 30 bis 80 Dessjatinen ( 1 Dessjatin = 109,25 ar ). Die Ansiedler errichteten nach  ihrer Ankunft in aller Eile Lehmhütten, die sie für fünf bis sechs Jahre

 bewohnten, um dann in Gemeinschaftsarbeit gemauerteGehöfte zu erstellen. Das Land war sehr fruchtbar.  Die russischen Behörden stellten Auswanderungsagenten an, die für jede

auswanderungsbereite Familie eine Prämie erhielten. Der für Neuhausen zuständige Agent war in Ulm und hatte hier guten Erfolg, denn 26 Familien waren bereit auszuwandern. Dies

 war im regionalen Vergleich sehr viel. Ab 1804 wurden  300 Gulden Vermögensnachweis bei der russischen Botschaft in Stuttgart verlangt. Die Stuttgarter Regierung verlangte

 ihrerseits eine Auswanderungsabgabe von 10 Prozent des Vermögens.  Da  sich unsere  Landsleute in den wenigsten Fällen eine Donauflußfahrt mit der Ulmer Schachtel bis

zum Mündungsgebiet  leisten konnten, blieb ihnen nur der Landweg der Donau entlang ins Banat, wo nach 1100 km  Reise überwintert wurde. Ein damaliger Anwohner des

 Reiseweges notierte: " Zweispännige Fuhrwerke, Einspänner, Handwagen, aber auch Fußgänger mit dem Stabe in der Hand sehen wir auf der staubigen Straße sich vorwärts

 schieben."

 Die Neuhauser Auswanderer reisten hauptsächlich in  Trecks. Der erste Treck am 13.April 1782 nach Trecewieb bei Bromberg mit den Familien:

1-10. Christian Luz, mit Frau Anna Barbara, geb.  Diener, dem Sohn Johannes und dessen Frau Anna, geb.  Rudischhauser,  sowie deren Kind, sowie fünf  weitere

minderjährige Kinder des Christian Luz. Johannes Luz starb 1833 in Frodon. 

11-21. Johann Georg Binder, Hufschmied, mit Frau Anna Maria geb. Lang und acht minderjährigen Kindern.

22-26.) Johann Konrat Binder, seiner Frau Agatha und der ledigen Tochter Anna Katharina mit ihrem Kinde Johann Georg.  27+28.) Anna Maria Schauer, 41 Jahre alt, mit ihrem Mann Johann Michael Kieß.

Im Jahre 1803 reisten :

29.)  Johann Georg Schaz und Johannes Schaz nach Großliebental bei Odessa.

Im Jahre 1804:

30-36.) Jakob Hepfer, 62 Jahre alt, mit Frau Katharina geb. Haller und fünf Kinder. Das Reiseziel war das Banat. Im Jahre 1805 kamen sie zurück, konnten aber nicht mehr heimisch werden, so daß sie 1806 nach Mühlhausen bei Basel wieder ausreisten. Katharina starb dort alsbald bei  einer Geburt.

Im März 1817 reisten ab:

 37+38.)  Johann Martin Buchter, 37 Jahre, Leineweber, mit seiner Frau Anna Maria, geborene Baumann. Buchter starb im Januar 1818 im Winterquartier in Ungarn, worauf seine Frau zurückkam.

39-49.) Johann Daniel Lang, 49 Jahre alt, seine Frau Maria geb. Schaz und acht Kinder. An Vermögen hatten sie 400 Gulden mit dabei.

50-63.) Jakob Seeh, 47 Jahre alt, seine Frau Rosina und elf Kinder.

64+65.) Wilhelm Gottfried Laistler und Frau Margarethe geb. Munz. An Vermögen konnten sie 79 Gulden mit auf die Reise nehmen.

 66-69.) Johann Georg Staiger, 60 Jahre alt, Frau Agatha, der 14 jährige Enkel Johann Georg Lang und dessen Mutter.Sie reisten ganz ohne Vermögen.

Am 1. Mai 1817 gingen auf die Reise:

 70-74.) Johann Dietrich Luz, Schneider, 38 Jahre alt, mit Frau Anna Maria, geb. Binder, die alsbald dort verstarb,  und drei Kindern. Ein Enkel von Joh. Dietrich Luz verließ das Land 1885 und ging nach Dakota in Amerika.

 75+76.)  Johann Adam Schaz,  Gassenwirt, 51 Jahre, und seine Frau Anna Katharina, geb. Luz. Sie hatten keine Kinder.

77-81.) Johannes Schaz, Taglöhner, 34 Jahre, seine Frau Katharina geb. Schaz  und  ihre  drei Kinder.

 82-86.) Balthasar Schaz, Taglöhner, 35 Jahre, seine Frau Anna Katharina geb. Seeh und drei Kinder. Enkel dieser Familie verließen 1888 Rußland, um sich in Dakota in Amerika eine neue Existenz aufzubauen. Weitere Nachkommen verließen Russland erst 1989 und siedelten sich in Baden-Württemberg an.

 87-93.) Jakob Hepfer, 42 Jahre alt, mit Frau Anna Maria, geb.  Schaz  und fünf Kindern reisten  nach Johannestal bei Odessa.

 Auf die Krim wanderten aus: 

94-97.) Johann Georg Hepfer, Taglöhner, 31 Jahre, mit Frau Christiana Dorothea, geb. Reichle und zwei Kindern.

98-103.) Johannes Hepfer, Nagelhändler, 60 Jahre alt, seine Frau  Rosina, geb.Weidelin und vier Kinder. An Vermögen hatten sie 150 Gulden dabei.

104-110.) Jakob Rapp, 51 Jahre alt, seine Frau Ursula geb. Hepfer und fünf Kinder, sie verfügten über 600 Gulden.

Am 7. Mai 1817 ging eine größere Gruppe auf Wanderschaft:

111-115.) Jakob Friedrich Horber, 38 Jahre,  seine Frau Anna Katharina geb. Binder, Tochter Anna Maria und die  Söhne Johannes und Martin. Diese Familie kam im Juli 1818 zurück, ohne den  Sohn Martin der sich in Ungarn ansiedelte.

116-123.) Jakob Schauer, 47 Jahre alt, seine Frau Maria Agathe geb. Reichle und sechs Kinder, lediglich der Sohn Johannes kehrte als einziger Überlebender der Familie alsbald zurück, denn die anderen Familienangehörigen sollen nach seinen Angaben alle an einer Seuche im Jahr der Auswanderung gestorben sein.

124-127.) Andreas Rapp, 30 Jahre, reiste mit Frau Maria, geb. Gremminger und zwei kleinen Kindern  bis Ungarn, dort sind seine Frau und die Kinder an der Seuche gestorben. Er kehrte im März 1818  zurück.

128-134.) Konrad Hepfer, 41 Jahre, mit Frau Anna Katharina geb. Brodmann und fünf  Kindern wanderten nach Sathmar im ungarisch - rumänischen Grenzgebiet aus, wo Konrad Hepfer 1843 auch starb.  

Unbekannt ist das Reiseziel von

135-141.) Johann Kaspar Hepfer, Webermeister, 40 Jahre alt, seine Frau Agatha, geb. Hepfer, mit vier Kindern und Agathas Vater Johann Georg Hepfer, ehemaliger  Schulmeister, 69 Jahre alt.

Der  Abreisetag von folgenden Auswanderer  ist nicht bekannt:

142-145.) Johannes Seeh, 65 Jahre, mit seiner Frau Barbara geb. Binder und Tochter Barbara, vermutlich im Mai 1817 nach Südrußland. Der mitreisende Sohn Johannes hatte jedoch  zuvor noch Schwierigkeiten. So ist den Akten zu entnehmen, daß sich seine Frau Anna Maria geb. Storz weigerte mit ihm auszuwandern. .

146.) Johann Georg Schaz, 37 Jahre alt, 110 Gulden Vermögen ist im Mai 1817 abgereist, ohne Frau und Kinder. Er erhielt die Ausreisebewilligung erst nach Unterhaltssicherung seiner Kinder und Ehefrau. Diese machte einen Leibschaden gegen die Auswanderung geltend.

 147-150.) Johannes Hepfer, 48 Jahre, seine Frau Christina geb. Madenscheck, die Stieftochter Sophina und noch ein "geschwistrig Kind" reisten im Mai 1817 nach Johannestal bei Odessa.

 151-157.) Gottfried Hepfer, Taglöhner, 51 Jahre, Frau Katharina geb. Binder und fünf Kinder wanderten erst im Jahre  1824 aus. Da die Familie sehr arm war, durften zunächst nur die beiden Söhne ausreisen, die bei Verwandten in Johannestal als Knechte aufgenommen wurden. Die Gemeinde gab der Familie dann 70 Gulden Reisegeld, damit sie ebenfalls ausreisen konnte.

 158.) Johann Martin Luz war 24 Jahre alt und sein Reiseziel war Bessarabien.

 

Nach Anordnung des Oberamtes Tuttlingen durfte eine Geldunterstützung aus der Gemeindekasse nicht ohne amtliche Genehmigung verabreicht werden. Derlei Unterstützungen sollten vielmehr von Verwandten, Freunden und Mitbürgern kommen. Eine Unterstützung  aus der Gemeindekasse durfte vorgenommen werden, wenn betreffende Auswanderer sonst der Kommune zur Last fallen würden.

Somit können 158 Personen nachgewiesen werden, die nach Polen und Russland ausgewandert sind. Zwölf Personen  verstarben auf  der Reise oder kurz danach und 14 Personen, unter ihnen zwei Familien, kehrten alsbald zurück.

Als Tochtersiedlung der Großliebentaler Kolonie wurde nordöstlich  Johannestal gegründet, in der landlose Söhne Großliebentaler Siedler und Neuankömmlinge eine Existenz aufbauten. Bald wurde auch dieses Gebiet zu klein. So wurde in dem später als Wolgarepublik bekannt gewordenen Gebiet weiterer Siedlungsraum geschaffen. Der Landbesitz wurde als Gemeindeeigentum alle zehn bis zwölf Jahre aufs neue an die verheiratete männliche Bevölkerung verteilt, was zu einer laufenden Verringerung des Umtriebes führte. Im Jahre 1789 gab es noch 16 ha Land auf jeden männlichen Bewohner und 1869 nur noch zwei ha.  Schon nach 1880 verließen ledige Bauernsöhne Russland, um sich nach einer neuen Existenz in Dakota in USA umzusehen. Nach kurzer Zeit kamen dann die Eltern und Geschwister nach Amerika nach. Auf dem Landweg reisten sie bis Bremen und schifften sich dort ein. Ab 1910 begann die teilweise Repatriierung nach Deutschland. Da die württembergische Regierung sie nicht als Untertanen annahm, gingen die meisten nach Amerika. Lediglich 0,01 Prozent der Rückwanderer, an denen besonderes Interesse bestand, wurden als Untertanen des Königs in den beiden dafür gegründeten Kolonien Korntal bei Stuttgart und Wilhelmsdorf bei Ravensburg angesiedelt.

Ein besonderes Einwanderungsland war die  Schweiz, da dorthin in der Hauptsache Mädchen als Dienstboten gingen und eine eventuelle Rückkehr ohne Schwierigkeiten möglich war. Mädchen, die in die Schweiz zum  "Dienen "  gingen, behielten in der Regel das Heimatrecht. Manche Personen zogen weg, ohne sich abzumelden, damit sie  jederzeit, wenn es ihnen in der Fremde nicht mehr gefiel, zurückkehren konnten. Dorthin gingen von 

 

Nachweisbar sind in die Schweiz weggezogen und haben dort geheiratet (1649 - 1923) :

1.) 1649  Koßmann, Anna heiratete nach  Rickenbach, Thurgau. 

2.) 1687  Reichle, Elisabetha  nach Rimlingen, Züricher Gebiet.

3.)  1729  Binder, Margaretha in  Schaffhausen und

4.) 1734  Storz, Anna Regina in Dießenhofen.

5.) 1743  Weidelin ,Magdaena Susanna  heiratete  nach Schaffhausen und

6.)  1750  Lang, Margaretha nach Dießenhofen.

7.)  1759  Weidelin, Johannes heiratete in  Schaffhausen,

8.)  1707  Seeh, Margaretha nach Lebenhausen und

9.) 1707  Schaz, Anna Katharina   nach Osterhofen.

10.) 1767  Schauer, Katharina  heiratete nach Emishofen,

11.)  1767  Lang, Anna Maria  nach Degenweiler bei Gottlieben und

12.) 1767  Lang, Anna Barbara  heiratet nach Hohlanderschwielen bei Ermatingen. 

13.) 1767 heiratete Nestel, Maria  nach  Hesreuthe im Thurgau,

14.) 1768  Seeh, Barbara in Rickenbach und

15.) 1769  Luz, Anna Katharina  nach  Etzweiler / Wagenhauser Gemeinde und

                  Nachehe 1770 nach  Zuben, Gemeinde Altnau.

16.)  1774  Muntz, Anna Maria heiratete nach Zuben,

17.)  1774  Lang, Agatha   in  Schaffhausen und

18.)  1788  Seeh, Barbara in Rückenbach.

19.) 1790 heiratete Schaz, Anna Maria  in Schaffhausen,

20.) im Jahre 1800  Lang, Agatha in  Schaffhausen.

21.) 1817 Rapp, Anna Regina ebenfalls in  Schaffhausen, sowie auch

22.) 1821  Schauer, Agatha.

23.) 1821 heiratete auch  Hepfer, Katharina  in Winterthur und 

24.) Schauer, Agatha  in Säs im Kanton Graubünden.

25.) 1829  Rapp, Anna Regina heiratete in Buch bei Schaffhausen,

26.) 1836  Lang, Barbara  in Luzern und

27.) 1865  Schaz, Christine  im Kanton Zürich.

28.) 1869 heiratete Hepfer, Agatha Rosina nach Neuhausen bei Schaffhausen,   

29.) Schaz, Josefine Christine 1869 in Rauhmünster im Kanton Zürich und

30.) 1885  Seeh, Maria irgendwo in der Schweiz wie auch

31.) 1890  Lang, Rosina.  Nach Tanwil heiratete

32.) 1891  Gremminger, Mathilde,

33.) Baumann, Karl Martin im Jahre 1900  nach Stein am Rhein und

34.) Reichle, Rosine Friedericke  nach Stein am Rhein, ebenfalls im Jahre 1900

35.) Schaz,  Jakob Friedrich  heiratete im Jahre 1900  nach Thayingen und

36.) Haller, Anna  irgendwo in der Schweiz wie auch

37.) 1905  Müller, Lina und

38.) 1912  Seeh, Emma Maria. 

39.) 1916 heiratete  Seeh, Maria in Herisau.   

Des weiteren sind in die Schweiz ausgewandert wobei vermutlich die Mädchen  ledig blieben. Sofern keine Ortsangabe gemacht wurde, ist davon auszugehen, dass der Aufenthaltsort ein oder mehrere Male gewechselt wurde:

39.) 1725  Bertsche, Maria  nach Oberutwyl bei Frauenfeld.

40.) 1731  Schaz, Anna Katharina.

41.) 1731  Hepfer, Anna Barbara  nach Neuchâtel. 

42.) 1820  Ries, Kaspar  nach Buch.

44-46.) 1846  Schauer, Johann Adolf, mit Frau und Sohn nach Buch.

47.) 1854  Seeh, Maria  nach Bußnang Kanton Zürich.

48.) Hepfer, Johannes  nach Schaffhausen, im Jahre1875.

49-51. 1877  Lang, Jakob Friedrich  mit Familie  nach Ulster. 

52.) 1877  Roller, Daniel  in den Kanton Zürich.

53.) 1877  Lang, Rosine  in die Schweiz.

 54.) 1877  Lang, Rosa Katharina  in die Schweiz. 

55.) Reichle, Eva Kristina  nach Olten, Kanton Solothurn.

56.) Hepfer, Rosina Katharin  nach Amriswil.

57.) 1890  Schaz, Regine  in die Schweiz.

58.) 1890  Haller, Anna Katharina  nach Niederhofen.

59-61.) 1906  Reichle, Christian  mit Familie  nach Feuertalen.

62.) 1906  Storz, Georg Friedrich  nach Wagenhausen.

63.) 1909  Baumann, Gottlieb  nach Zürich. 

64.) Lang, Luise  in die Schweiz.

65.) 1910  Schaz, Christian  nach Glarus.

66-68.) 1911  Reichle, Richard  mit zwei Söhnen nach Witzikon.

69.) 1923  Lang, Wilhelm  nach Winterthur.

 

 Auswanderung nach Frankreich:

1.) 1831  Lang, Martin  nach Solongez.

2.) 1833  Rapp, Johann Georg  nach Paris.

3)1806  Hepfer, Kaspar   mit Familie nach Mühlhausen.

 

 

 Auswanderungen nach Nord-Amerika (1817 - 1900).

Fridrich List erhielt am 29. April 1817 von der königlichen Regierung den Auftrag, sich nach Heilbronn, Weinsberg und Neckarsulm  zu begeben und  in unauffälliger Weise die Leute über die Gründe der Auswanderung auszuhorchen. Es warteten dort 600 bis 700 Personen, um sich am 1. Mai 1817 auf dem Neckar in die acht Schiffe einzuschiffen. Als Gründe wurden angegeben: die zu hohen Abgaben, das komplizierte Schreiberwesen und verlockende Briefe aus Amerika. List stellte fest, dass diese Briefe von den Auswandererkommissären selbst geschrieben wurden. Er bezeichnete sie als  Seelenverkäufer. Die Auswanderer sagten, man solle ihnen nur Arbeit geben, um ihr  Brot zu verdienen, keine Almosen, denn sie seien ja Männer. Die Leute würden am liebsten wieder heim gehen, so groß war die Not, als sie in Amsterdam ankamen. Das war die Meinung des  Kommissärs Fritz Meyer.

 Viele Amerika - Auswanderer fuhren erst einmal, ohne die Ausbürgerung zu beantragen, nach Nordamerika, um dort die Existenzmöglichkeiten zu erkunden. Manche ersuchten um die Ausbürgerung nach Jahren, wenn Aussicht auf die amerikanische Staatsbürgerschaft bestand. Andere verließen die Heimat, ohne je wieder ein Lebenszeichen von sich gegeben zu haben. 

Die Auswanderung des Heinrich Schaz, Bruder des Lindenwirts Christian Schaz, der sein Erbe ausbezahlt bekam, um  "drüben" eine Existenz aufzubauen, endete schon bei der Überfahrt. Er wurde auf dem Schiff ermordet und seines Geldes beraubt. Adam Lang, Sternenwirt in Neuhausen, tätigte Auswanderungspassagen nach Amerika über Bremen nach New York  und Baltimore sowie für die Route Antwerpen - New York.

 Die Ausbürgerung beantragten am:  

1-3. ) am 31. März  1817 Binder, Martin, 56 Jahre alt, mit Frau Margarethe und Lang, Johann Adam, 13 Jahre alt.

4+5.)  15. Oktober  1824  Luz, Johannes, Schreiner, ledig, und  Lang, Johann Kaspar, der bald als  verschollen galt

 6+.)  Juni 1833 Storz, Andreas, 24 Jahre alt, mit Familie.

 7-9.)  25. Juni 1846   Reichle, Johann  Georg, mit Frau und Tochter.

10+11.)   1846  Reichle, Agatha, 48 Jahre mit Tochter Barbara, 23 Jahre alt.

12.) 1847 Schaz, Regina Christina, 41 Jahre alt, ( ihr  Name vor der Geschlechtsumwandlung war Christian ).

13.) 1848  Schaz, Anna Maria, 22 Jahre alt ist im Frühjahr abgereist, ebenfalls 

14-16) Hepfer, Johannes, 26 Jahre, Hufschmied, mit Frau und Tochter.

 17-20+.) 1848 Hepfer, Agatha Rosina, 25 Jahre und ihre Geschwister  Jakob, 28 Jahre und Maria Katharina, 37 Jahre alt mit ihrem Ehemann Jakob Alber und die Kinder in den Staat Michigan. 

21.) 1848 Lang, Johannes, 21 Jahre alt.

22.) 9. März  1849 Lang, Rosine, hat von einem Bekannten 150 Gulden Reisegeld bekommen.

23.) Am 12. März  1849 Storz, Johann Georg mit 1200 Gulden Vermögen 1200.

 24-26.) Am  25. April  1849 Rudischhauser, Johannes, Zimmermann, mit Frau und Kind, die hatten ein Vermögen von 560 Gulden.

23.)  27.) 1849 Storz, Johann Georg, 26 Jahre alt, 1849 abgereist.

24.) Reichle, Jakob Friedrich, 36 Jahre, im Frühjahr 1850 ausgewandert, ausgebürgert wurde er erst 1857.

25.) 27.) 1850   Lang, Agatha Rosina, 30 Jahre alt.

26.) Am 12. April  1851 beantragte  Schaz, Christian, lediger Schuster, die Ausbürgerung, er war bereits in Ohio sesshaft.

 Im Jahre 1854  beantragten die Ausbürgerung: 

29.) Rudischhauser, Johannes, 33 Jahre, am 21. März 1854 abgereist.

30+.)  Rudischhauser, Johannes, 34 Jahre, mit Familie 1854 abgereist, er starb unterwegs auf dem Schiff.  

31-33.) Gremminger, Anna Maria mit Mann und Kind, ist am 25. Juli 1854 abgereist.

34.) Storz, Kaspar,  20 Jahre alt, lediger Bauer, Vermögen 150 Gulden.

35.) Hepfer, Johannes, 20 Jahre alt, lediger Weber, Vermögen 100 Gulden.

 36.) Ries, Johann Georg, 22 Jahre alt, lediger Schmied, Vermögen 140 Gulden. 

37.) Tockweiler, Johannes, 20 Jahre alt, Vermögen 200 Gulden.

 38.) Lang, Johann Martin, 20 Jahre alt, lediger Schuster, Vermögen 124 Gulden.

39.) Schaz, Christian, 22 Jahre alt, lediger Bauer, Vermögen 108 Gulden.

40.)Schaz, Brigitta, 21 Jahre alt ledig, Vermögen 130 Gulden.

41.)Schauer, Johann Heinrich, 22 Jahre alt, lediger Bauer, Vermögen 140 Gulden.

42-48.) Lang, Karl Friedrich, 34  Jahre, Zimmermann, mit Frau Maria , drei Kindern und den  Adoptivkindern  Anna Maria Gremminger, elf Jahre, und Johannes Hepfer, neun Jahre alt, hatten 650 Gulden  und sind  am 25.Juli 1854 abgereist.

49-52.) Ries, Johann Georg, 50 Jahre alt, mit Frau und zwei Söhne, zwölf und 16 Jahre alt, Vermögen 2000 Gulden.

 53.)  Luz, Johann Adam, 17 Jahre alt, lediger Schuster, 200 Gulden.

 54-57.) Lang, Maria Agatha, 53 Jahre, wollte mit ihren zwei unehelichen Kindern und dem unehelichen Enkelkind auswandern und erhielt aus der öffentlichen Kasse 100 Gulden Reisegeld.

58.) Luz, Johann Adam, 23 Jahre alt, abgereist am 25. Juli 1854.

 1855:

59.) Hepfer, Agatha Rosina, 300 Gulden Vermögen, 

60.) Hepfer, Jakob, Nagelschmied, Vermögen 120 Gulden und

61.) Schaz, Anna Maria,Vermögen 100 Gulden, hatten einen Schiffskontrakt mit E. Höfle in Heilbronn.

1856:   62.) Hepfer, Johannes, 14 Jahre alt.  

1857:  63-67.)Baumann, Jakob, Witwer und Erzmeister, Vermögen 320 Gulden, mit den Kindern Johann Georg, 28,  Anna Maria 17 Jahre alt  und Barbara, 23 nebst ihrem unehelichen Kind Johann Georg. Der Ausreisekontrakt bestand mit Karl Holz in Tuttlingen. 

68.) Lang, Johannes, lediger Schuhmacher, ist seit 1852 in Amerika   und

69.) Reichle, Jakob Friedrich,  Nagelschmied, seit 1850.

1859:

 70.) Schaz, Johann Georg, 32 Jahre alt, Witwer, Vermögen 1100 Gulden. 

71.)Storz, Johann Martin, 19 Jahre,  lediger Bauer,Vermögen 200 Gulden.

72.) Schaz, Johann Georg, 33 Jahre, im Juli 1859 abgereist. 

73.) Lang, Heinrich, am 7. Juni 1861,  28 Jahre, lediger Bauer mit 226 Gulden. 

74.) 10. April   1862   Reichle, Johannes, 41, Bauer, ist seit mehreren Jahren in Amerika. 

1864:     75.) Schaz, Johann  Martin, 30, lediger Bauer. 1440 Gulden. Ein Verwandter erwartete ihn in Amerika.  

1865:

 76.)  Hepfer,  Johannes, 59 Jahre alt, ledig, hatte 150 Gulden.  Am 16. Juni 1865

 77.) Bertsche, Adam, 16 , lediger Schreiner, Vermögen 185 Gulden. Im Staate Indiana.

 78.) Bertsche, Johannes, Bruder von Adam, 24 Jahre, am 27. September 1865 abgereist.           

Am 20. Juni 1865 ist abgereist

79+.) Seeh, Martin, mit Familie,Vermögen 30 Kreuzer.

 80.) Johann Georg Weidele, Vermögen 30 Gulden und

81.)  Anna Katharina Straub , besitzlos.   

82.) Hepfer Johannes, 19 Jahre alt, am 16.Juni.1865 abgereist. 

Abgereist 20. September:  83.) Hepfer, Anna Maria, Vermögen 30 Gulden.                       

5. September 1865: 84.)Hepfer Jakob, 19 , Nagelschmied, Vermögen 250 Gulden.        

19. Oktober 1868:  85.) Schaz, Jakob, 20 Jahre alt, geschieden, Vermögen 1700 Gulden.

 6. Juli 1870:   86.) Hepfer, Johann Georg, 18 Jahre alt, lediger Schuster, hat 800 Gulden.

1874:  87.) Haller, Johannes, 26 Jahre alt.           

1881:

 88.) Hepfer, Johannes, 30, Reservist der Infantrie, Ausreise beantragt am 16. März und  abgereist im April 1881. 

89.)Schaz, Jakob Friedrich, 26 Jahre alt, am  3. Mai 1881 abgereist.

1882:

 90.) Seeh, Friedrich, 50 Jahre alt, Metzgermeister.

 91.) Maurer, Gottfried, 20 Jahre alt.

      ) Schaz, Johannes, 22 Jahre alt, Nagelschmied, gab am 9. Januar die Ausbürgerungsurkunde  zurück, er wollte nun doch  nicht auswandern.

92.)Schaz, Johann Gotthilf, 34, ist schon längere Zeit in Amerika in Primrose im Staate Iowa.

 93.) Schaz, Gottlieb, 34, Nagelschmied, hatte kein Vermögen.

 94-103.) Seeh, Jakob Friedrich, 30 Jahre alt, wanderte aus, kam aber im März 1883 zurück um seine Frau und die acht Kindern nachzuholen und im Juni 1883 wieder nach Amerika zu reisen. Dort soll seine Frau Agatha Rosina geb. Faude im Juli 1883 gestorben sein.

 1887: 104.) Schaz, Jakob Friedrich, 32 Jahre, lediger Nagelschmied, Ausreise beantragt am 2. April, er war ohne Vermögen. 

1899   105.) Hepfer, Christian, Bäcker, seit 1893 in Nordamerika in Nyack im Staate New York. Er hatte am 18. April 1899 die amerikanische Staatsbürgerschaft erworben und damit die württembergische Staatsbürgerschaft verloren. Die förmliche Ausbürgerung fand im  September des Jahres 1900 statt.

 

Sonstige ausgereiste Personen:  

106.) Lang, Johann Kaspar, geb. 1809, ist verschollen. 

107.) Hepfer, Johann Kaspar, geb.1813, war in Ilowe.

 108.) Rudischhauser, Rosina Katharina, geb.1866, war in Amerika. 

109.) Rapp, Johann Gottfried, geb.1830, war  in Amerika, seine Schwestern

110.) Agatha Sophia, geb. 1835, war  in Indianapolis im Staate Indiana, und

 111.) Christiana, geb.1832, war  in St. Louis. 

 112.) Brodmann, Adam, geb.1822 ging  nach Amerika und kehrte wieder zurück.

 113+.) Schaz, Johannes, geb. 1860,  mit Familie ist nach Amerika ausgewandert, kehrten 1894 zurück und gingen 1895 nach Stein am Rhein.

 

Die Schiffsreisekosten betrugen im Jahre 1849 von Heilbronn über Antwerpen nach  New York samt Kost für: erwachsene Personen 47 Gulden und 48 Kreuzer, Kinder 37 Gulden und 48 Kreuzer.  Über Bremen kosteten  Erwachsene   69 Gulden und 48 Kreuzer, Kinder 59 Gulden und 48 Kreuzer.

 

Quellen: Staatsarchiv Sigmaringen, Bestand Oberamt Tuttlingen

            Pfarrarchiv Neuhausen ob Eck.